Tanzreise Marokko: nach
Essaouira und Marrakech !
10. oder
14.November - 21. November 2006 ! (7 oder 11 Tage)
Unser diesjähriges Programm finden Sie auf
der folgenden Seite (bitte klicken)
|
Marrakech für Abenteurerinnen |
Bericht einer Reise in die
“rote Perle“ Südmarokkos
von Bambi SahabZiemlich überrascht
war ich im November letzten Jahres, als ich einen Anruf von
Dagmar Rummel, die als Veranstalterin für Tanzreisen vor allem
in die Türkei, jedoch auch nach Ägypten (Dahab-Holiday-Dance-Festival),
unter dem Namen TARA TRAVEL bekannt ist. Da ich eine von
“Dagmars Dozentinnen“ bin und wir häufiger miteinander
telefonieren, war der Anruf an sich nichts Ungewöhnliches,
aber ich fiel aus allen Wolken als Dagmar mich fragte, ob ich
denn nicht Lust hätte mit einer Gruppe von Frauen als
Reiseleiterin und Dozentin in den Osterferien 2005 nach
Marrakech zu reisen. Es wären schon über zehn Interessentinnen
da, ich müsste nur noch ja sagen. Und das tat ich natürlich!
Die Vorgeschichte ist, dass ich vorher schon mehrmals in
Marrakech war und dort zusammen mit jeweils einer kleinen
Gruppe von Leuten ein reizendes Haus, ein Riad (Lichthof) in
der Medina, der arabischen Altstadt, gemietet hatte.
|
In den Strassen von Marrakech
|
Schon beim ersten
Mal lernten wir in unserem “Darb“, so heißen die kleinen
Altstadt-Sackgassen, unsere netten marokkanischen Nachbarn
kennen und bekamen dadurch von Marokko weitaus mehr mit, als
der normale Pauschaltourist im Hotel. Und immer hielt ich auch
Tanzstunden; die Nachbarn, neugierig eine deutsche
Oriental-Tänzerin zu sehen, veranstalteten ein rauschendes
Fest in ihrem Riad, auf welchem ich auftrat.
Und von diesen Erlebnissen hatte ich bei einer Tanzreise mit
Tara Travel in die Türkei den Teilnehmerinnen vorgeschwärmt;
Veronika aus Innsbruck war davon so inspiriert, dass sie
zuhause ihre Tanzgruppe überredete, sich für eine Reise mit
mir anzumelden, flugs schlug sie Dagmar vor mich wegen
Marrakech zu fragen und so flog ich am 22. März dieses Jahres
mit 12 Frauen aus Österreich über München nach Agadir.
In Agadir wurden wir am Flughafen von einem
Bus zum Transfer nach Marrakech erwartet und es lagen zunächst
einmal 4 Std. Fahrt durch Marokkos Süden vor uns. Abends
staubig, müde aber glücklich in Marrakechs Medina angekommen,
verteilten wir uns auf die Zimmerchen der beiden
nebeneinanderliegenden Riads, die wir gemietet hatten und es
gab erst mal ein großes “Oh wie wunderschön“, “Fantastisch“,
“Wie süß“ etc. aus allen Ecken zu hören, denn die Häuser im
landestypischen Baustil bestechen durch die Schönheit ihrer
buntgekachelten Innenhöfe, der reichlichen Dekoration durch
große, blaue Pflanzenkübel mit z.B. einem duftenden
Orangenbäumchen, dem entzückenden Interieur in Form von
kleinen Tischchen und Schränkchen, Messinglampen und Fenstern
aus farbigem Glas und der ganz besonderen Atmosphäre, die
einen umfängt, wenn man aus der staubigen Hitze der Stadt
hinter den dicken Mauern eines marokkanischen Riads Schutz
findet. |
|
|

Couscous |
Ein Abendessen in einem
schönen, leider aber etwas überteuerten Restaurant in der
Medina bot den Teilnehmerinnen die Gelegenheit Dagmar und mich
kennen zulernen und einen ersten Eindruck vom Tun und Treiben
in der Altstadt zu erhaschen.
Gleich am nächsten Vormittag hatten wir die erste von
insgesamt 10, auf 5 Tage verteilten Tanzstunden; als Thema
hatten die Teilnehmerinnen Baladi und eine Saidi-Choreografie
mit Zimbeln ausgewählt. |
Bei der
Vorstellung, wie wohl unsere Bodengymnastik mit 14 auf dem
gekachelten Innenhof auf Decken sich dehnenden Frauen von der
darüber liegenden Galerie aus, die zum Glück nur uns und
unseren beiden schottischen Vermietern zugänglich war, wirken
könnte, lachten wir alle herzlich und in den kommenden Tagen
wurden von dieser Szene einige Fotos geschossen! Und nach dem
Unterricht waren natürlich alle ganz neugierig endlich raus zu
kommen und die berühmten Sehenswürdigkeiten dieser, wegen der
Farbe ihrer Stadtmauern, als “rote Perle des Südens“
bekannten, zweitältesten Königsstadt Marokkos zu erkunden.
Marrakech wird nach Fes in vielen Reiseführern als die
schönste Stadt Marokkos beschrieben. Und immerhin hat das Land
seinen Namen von dieser Stadt: “Marokko“ leitet sich von
“Marrakech“ ab!
Marrakech spiegelt die ganze Vielfalt des orientalischen
Lebens wider, auch in seiner Gegensätzlichkeit. Zitat aus dem
(sehr empfehlenswerten) Know-How-Reiseführer “Agadir,
Marrakech und Südmarokko“: “In Marrakech ist die “Welt
versammelt“: reiche, elegant gekleidete Marokkaner, junge
Mädchen in Minirock, Jeans oder Kaftan, Bettler, Gaukler,
selbsternannte Führer, Marktschreier, Handwerker,
Wasserverkäufer und Nomaden aus der Wüste neben
kamerabehängten Touristengruppen. In der Hitze der Innenstadt
pulsiert das Leben ...“ |
|
| Und wir mittendrin! Da unsere
Adresse im Suqviertel (die Suqviertel von Marrakech sind die
größten des Landes) lag, waren wir kaum nach Verlassen unseres
Darb schon im Viertel der Holzschnitzer und Wollfärber
angelangt, weiter ging es durch den Suq der Kupferschmiede zum
Djemaa el Fna, einem großen Platz, der zweifellos zu den
größten Attraktionen gehört, da auf ihm von Morgens bis Abends
stets etwas Interessantes zu sehen ist und man nicht müde
wird, z.B. von der Terrasse eines der rings um gelegenen Cafes
das Tun und Treiben zu beobachten. |
Djemaa el Fna
|
|
| Mit dem Gang
zu diesem zentral gelegenen Platz hatte ich den
Teilnehmerinnen sozusagen einen ersten Überblick verschafft
und wollte damit auch zeigen, dass man sich mit etwas Mut und
einer gesunden Portion Vorsicht, ganz gut alleine in den Suqs
zurechtfinden kann, wenn man sich den Weg vom Platz nach Hause
einprägt und nicht in dunkle Gassen abbiegt. |
| |
|
|

Im Jardin Majorelle |
Und so waren wir in den
nächsten Tagen nach dem Tanzunterricht zwar ständig alle auf
Achse, aber durchaus nicht immer zusammen unterwegs um so
wunderbare Gebäude wie die Medersa Ben Yussef, eine alte
Koranschule, die Kutubiya-Moschee, ein Wahrzeichen der Stadt,
den Palais de Bahia und weitere Paläste und die darin
untergebrachten Museen und vieles weitere zu sehen.
Unvergessen werden uns aber auch unsere Gruppenausflüge
bleiben, z.B. eine Kutschfahrt zum Jardin Majorelle, einem der
zauberhaften Gärten Marrakechs oder unser Trip außerhalb der
Stadt ins 70 km entfernte Ourika-Tal, welches uns mit seinen
blühenden Bäumen und plätschernden Wassern nach mehrtägigem
Stadtaufenthalt Herz und Seele bei unserem einzigen
Ganztagesausflug erfrischte.
Einen interessanten Abend verbrachten wir in einem
Club/Restaurant in der Neustadt Marrakechs, im “Le Comptoir“,
welches scheinbar unter dem Namen Paris/Marrakech auch eine
Filiale in Paris hat. |
| Trotz der hohen
Preise wollten wir diesen Ort unbedingt besuchen, da
marokkanische Oriental-Tänzerinnen angekündigt waren, die von
uns natürlich mit besonderer Spannung erwartet wurden.Das
Interieur des riesigen Restaurants war traumhaft, die
Kellnerinnen in figurschmeichelnde, asiatisch anmutende
Kaftan/Hose-Kombinationen aus schönen Stoffen gekleidet, das
Essen war wirklich exzellent und seinen Preis wert. Es gab
maghrebinische Live-Musik und Gesang zur Einstimmung auf die
Tanzdarbietungen und dann kamen sie – nein, nicht eine
Tänzerin und nach ihrem Auftritt vielleicht eine weitere, wie
wir es kennen, eine wahre Flut von Tänzerinnen wurde
gleichzeitig auf uns losgelassen! Zunächst bewegten sich
einige etwas ältere und fülligere Frauen in geschlossenen
Kleidern mit Kerzentabletts auf den Köpfen durch das Lokal und
diese tanzten mit relativ gemessenen Bewegungen auch weiter
als die quirligen Bauchtänzerinnen kamen. Wir waren völlig
überwältigt: jedoch weniger wegen der Tanzkünste der, sehr
jungen (es fiel wirklich auf, das die Tänzerinnen mit den
Kerzentabletts auf dem Kopf deutlich älter waren) und meist
auch sehr schlanken, Tänzerinnen, sondern mehr, weil man nicht
mehr wusste, wo man hinschauen sollte. Ich glaube, wir hatten
gleichzeitig 6 oder 7 verschiedene Tänzerinnen die in
verschiedenen Ecken des Raumes jeweils ihr eigene
Interpretation der Musik vom Band tanzten. Zwei von ihnen
vielen durch ausgefeiltere Bewegungen und ein gutes Gefühl für
die Musik auf, aber die meisten tanzten ziemlich hektisch und
so kam kein besonderer Genuss auf. Und nach ca. 20 Minuten
verschwanden alle gleichzeitig so plötzlich wie sie gekommen
waren und ließen uns etwas verdattert zurück! Ya Allah!
|
|

Bambi Sahab beim Hausfest
|
Dafür wurde unser eigenes
Tanzfest, welches gleichzeitig auch das Abschlussfest war, ein
voller Erfolg. Dagmar hatte sich darum gekümmert ein Ensemble
von 3 Musikern nebst einer Tänzerin zu engagieren, die zu uns
ins Haus kommen sollten, und wir waren, vor allem nach unserer
Erfahrung im “Le Comptoir“ sehr gespannt auf sie! Wir
organisierten Getränke, kleine Snacks und Süßigkeiten und
schmückten unser Riad mit Blumen und Kerzen, verschleppten
sämtliche Sitzgelegenheiten aus dem ganzen Haus in unseren
Lichthof und hatten natürlich schon vorher sowohl meine
marokkanische Familie als auch einige weitere Gäste
eingeladen. Abends traf zuerst die ca. 8-köpfige Familie ein,
dann kamen - pünktlich - die Musiker mit der Tänzerin und
anschließend fanden sich, während die Musiker marokkanische
Weisen spielten, nach und nach die anderen Gäste ein. Und die
Musiker waren wunderbar; ein Geiger, ein Tabla-Spieler und ein
weiterer Perkussionist, der zwischen verschiedenen
Instrumenten (ich habe ein Riqq und eine größere Rahmentrommel
gesehen) |
wechselte
und alle drei konnten sehr gut singen. Wir waren völlig
beeindruckt und auch unsere marokkanischen Gäste wussten diese
Überraschung sehr zu schätzen und klatschten, sangen und
tanzten eifrig mit!
Dann der Auftritt der Tänzerin: sie war wie auch die
Tänzerinnen, die wir im Restaurant gesehen hatten sehr jung
und schlank. Aber schon nach den ersten Schritten (sie tanzte
natürlich zu Live-Musik) war klar, dass sie einer anderen
Klasse von Tänzerinnen angehörte. Sie hatte nicht nur ein
umfassendes, verinnerlichtes Bewegungsrepertoire und ein gutes
Musikgefühl, durch das sie vor allem mit schön platzierten
Akzenten bestach, sondern auch eine herzliche und freudvolle
Ausstrahlung während ihres ca. 20 Minuten umfassenden Tanzes.
Wir hatten Glück gehabt, dass sie es war, die wir engagiert
hatten und zeigten unsere Freude durch anhaltendes
Mitklatschen und begeisterte Ausrufe. Die Stimmung war nach
ihrem Tanz absolut ausgelassen und alle standen auf und
tanzten weiter zur Live-Musik, während sie sich bereits wieder
umkleidete. Währenddessen zog ich mich zurück um mein Kostüm
anzuziehen und nun zunächst zu Musik vom Band die
Saidi-Choreografie die ich mit den Teilnehmerinnen geübt hatte
und ein Awadi-Baladi-Stück zu tanzen und anschließend hatte
ich noch das Vergnügen zu Live-Musik des marokkanischen
Ensembles. Unsere Tänzerin musste leider schon zum nächsten
Auftritt eilen, so dass ich sie nicht mehr zum gemeinsamen
Tanzen auffordern durfte, aber unsere Tanzgruppe und alle
Gäste gaben sich nach meinem Auftritt noch mal ausgelassen und
fröhlich in unserem Hof unter dem Sternenhimmel Marrakechs der
Tanzfreude hin.
Wir hatten unser Fest in weiser Voraussicht
nicht auf den letzten Abend gelegt und so hatten wir am
nächsten Tag noch mal Gelegenheit die letzten Einkäufe zu
tätigen und unseren Aufenthalt schön ausklingen zu lassen,
bevor wir dann am nächsten Tag frühmorgens unseren Transfer
nach Agadir nahmen und uns am Flughafen von München mit
herzlichen Umarmungen verabschiedeten.
Alle fanden waren sich einig: es war eine wunderschöne Reise
und so manche möchte Marokko gerne wieder besuchen!.
Liebe Grüße, Bambi Sahab aus Heidelberg |
|

|
|

Route
anklicken!

Marrakech

Sahab
 |